Treffen aller Adelschlager Arbeitskreismitglieder am 20. März 2013 im Sportheim

Themen:

 

1.  Besprechung, Abstimmung und Ergänzung des Entwurfes zum Leitbild

2.  Abstimmung und Präzisierung der Ziele und Leitziele zum Schwerpunktthema ‘Gemeinschaftsräume‘ in Adelschlag

3.  Erläuterungen zum weiteren Vorgehen

 

Zu 1.  Besprechung des Leitbildes

Im ersten Teil der Veranstaltung wurden die von den Arbeitskreisen im Seminar im Januar benannten Ziele noch einmal im Zusammenhang vorgestellt. Zu jedem Themenbereich waren Leitziele bzw. Leitsätze als Vorschlag formuliert worden, die vorgelesen und zur Diskussion gestellt wurden. Die Leitziele werden zusammen mit den Zielen das ‘Leitbild‘ für die weitere Entwicklung Adelschlags und der Ortsteile darstellen.

Grundsätzlich bestand Einverständnis mit den vorgeschlagenen Leitsätzen, wobei Frau Kattinger darauf hinwies, dass an den Formulierungen sicher noch ‘gefeilt‘ werden wird. Der besprochene Arbeitsentwurf des Leitbildes mit Stand 20. März 2013 liegt diesem Protokoll bei.

Zum Leitbild insgesamt kamen aus der Runde folgende Anregungen:

–        Die Akzeptanz der Landwirtschaft als prägende Wirtschaftsform in den Dörfern und in der Flur soll erhalten und gefördert werden.

–        Es ist zu prüfen, ob die Belange der Wertstoffsammlung (Zukunft des Wertstoffhofes) in der Zielformulierung ausreichend berücksichtigt sind.

–        Die Vernetzung der Sportvereine der verschiedenen Ortsteile soll intensiviert werden.

 

Zu 2.  Abstimmung der Ziele zum Thema ‘Gemeinschaftsräume‘ für Adelschlag

Zur Einführung wurde ein Luftbild von Adelschlag aufgezeigt, auf dem die Standorte der Gemeinschaftseinrichtungen (Gebäude und Freiflächen) und sonstiger für das Dorfleben wichtiger Orte dargestellt waren. Dabei wurde die besondere Eigenheit Adelschlags deutlich sichtbar, dass wichtige Einrichtungen nicht im Ortskern oder einigen wenigen Orten konzentriert sind, sondern nahezu gleichmäßig über den Ort verteilt sind.

Adelschlag

 

Anschließend wurden verschiedene Ziele und Leitziele, die zu den Themen Ortsbild/Ortsgestaltung und Gemeinschaftsleben formuliert worden waren, noch einmal genauer untersucht und diskutiert:

Rathaus (ehemalige Schule) als historisch bedeutsames und ortsbildprägendes Gebäude erhalten 

Rathaus als politische Institution und als identitätsstiftendes historisches Gebäude in der Ortsmitte erhalten und entwickeln

Hierzu wurden folgende Argumente ausgetauscht:

–        Das Gebäude an sich ist noch relativ jung, – der historische Wert demnach nicht übermäßig hoch einzuschätzen.

–        Hoch anzusetzen ist die Bedeutung des Rathauses als Baukörper mit großem Volumen und besonderer Gestaltung für die Betonung und Markierung des Ortskerns.

–        Die Bausubstanz ist schlecht und vor allem in energetischer Hinsicht nur mit sehr großem Aufwand zu renovieren. Zudem ist fraglich, ob die Raumaufteilung nicht vollständig aufgelöst werden müsste.

–        Viele Bürger Adelschlags verbinden mit dem Gebäude wertvolle Kindheitserinnerungen (ehemalige Schule).

–        Diese Erfahrungen fehlen allerdings den jüngeren Generationen

 

Die Argumente für einen Erhalt des Gebäudes und die Zweifel am Sinn und der Wirtschaftlichkeit des Erhalts hielten sich unter den Anwesenden etwa die Waage. Frau Kattinger stellte dies fest und merkte an, dass sich diese Frage möglicherweise erst bei detaillierteren Planungen oder Machbarkeitsstudien klären würde.

Die ‘Ortsmitte‘ mit Rathaus und Bahnhofstraße soll künftig wieder stärker als städtebaulicher Schwerpunkt Adelschlags zur Geltung kommen (Leitziel)

Bahnhofstraße als Ortskern und Ortsmitte betonen und gestalterisch aufwerten, – als einen Schwerpunkt des Gemeinschaftslebens stärken (Ziel)

Bei diesem Leitziel bzw. Ziel herrschte unter den Anwesenden absolute Einigkeit.

In diesem Zusammenhang wurde nochmals unterstrichen, dass zur Betonung der Ortsmitte aus städtebaulicher Sicht unter anderem Gebäude mit großen Volumen erforderlich sind.

Festgestellt wurde auch, dass möglichst viele Gemeinschaftsfunktionen ‘Leben‘ in den Ortskern bringen sollten.

Frau Kattinger stellte die These in den Raum, dass auch Pkw-Verkehr in gewisser Weise zur ‘Belebung‘ beitragen würde. In diesem Sinne könnte eine vermehrte Nutzung des Saumweges als Verbindung zur Staatsstraße dazu führen, das sich in der Bahnhofstraße weniger ‘öffentliches Leben‘ abspielen würde.

 

Die große Bedeutung von Sportgelände und Sportheim für Adelschlag soll sich auch in seinem äußeren Erscheinungsbild zeigen

Sportheim als Treffpunkt und als Gemeinschaftseinrichtung mit Wirtschaftsbetrieb erhalten, sanieren und ausbauen

Die Sanierungsbedürftigkeit des Sportheimes wurde bestätigt.

Die Bedeutung des Sportheimes als wichtige Gemeinschaftseinrichtung wurde allgemein anerkannt.

 

Räumlichkeiten für die vielfältigen Gemeinschaftsaktivitäten einrichten, entwickeln und vernetzen

Die Zieldiskussion hatte bis zu diesem Stand ergeben, dass neben dem Rathaus im Ortskern auch das Sportheim eine wichtige Rolle im Gemeinschaftsleben spielt. In den langjährigen Überlegungen zur Errichtung von Gemeinschaftsräumen war bislang von einem Gebäude bzw. einer Anlage ausgegangen worden, wobei keine Einigung auf einen Standort herbeigeführt werden konnte.

 

Deshalb sollte nun ein Szenario untersucht werden, bei dem künftig die Gemeinschaftsräume auf beide Standorte verteilt sein würden.

 

Als Einstieg in die Diskussion sollten die Anwesenden gemeinsam den beiden Veranstaltungsorten ‘Rathaus, Gemeinschaftshaus‘ einerseits und ‘bewirtetem Sportheim‘ andererseits jeweils Veranstaltungen oder Treffen zuordnen (dargestellt durch beschriftete Karten an der Pin-Wand).

Zunächst wurde der Sinn dieser Vorgehensweise angezweifelt, – der dennoch gestartete Versuch führte aber zu wichtigen Ergebnissen und lebhaften Diskussionen:

Ergebnisse

Ergebnisse/Schlussfolgerungen:

 

–        Zur Stärkung der Ortsmitte und des Rathauses (auch als ‘politische Institution‘) wurden viele Veranstaltungen einem möglichen Rathaus/Gemeinschaftshaus zugeordnet

–        Kirchliche und kulturelle Veranstaltungen wurden eher beim Rathaus/ Gemeinschaftshaus gesehen

–        Einige Veranstaltungen finden traditionell im Sportheim statt.

–        Eine Vielzahl von Veranstaltungen wäre grundsätzlich an beiden Orten denkbar.

–        Entscheidend ist in diesen Fällen die Möglichkeit der Bewirtung.

 

Weitere ausführliche Diskussion zum Thema ‘Bewirtung‘

Die Bewirtung des Sportheimes funktioniert derzeit gut auf ehrenamtlicher Basis. Auf lange Sicht ist dies jedoch nicht gewährleistet.

Auch wenn alle Gemeinschaftsaktivitäten und Gemeinschaftsräume um das Sportheim gebündelt würden, würde es voraussichtlich nicht gelingen, für das Lokal einen geeigneten offiziellen Pächter zu gewinnen. Von den Anwesenden wurden viele Negativ-Beispiele aus der Region genannt, bei denen versucht wurde, ‘Gaststätten‘ zu etablieren, was aber unter anderem aufgrund zu geringen Umsatzes in der Regel misslungen ist.

Als einzig realistische Variante erscheint den Teilnehmern der Diskussion derzeit die Organisation der Bewirtung durch alle Vereine gemeinsam.

 

Die Diskussion über den Aspekt der Bewirtung zeigte, dass das zur Diskussion gestellte Szenario der auf zwei Orte verteilten Gemeinschaftseinrichtungen mit dem Ziel einer gemeinsam organisierten Bewirtung nur schwer vereinbar wäre.

Andererseits wird deutlich, dass eine große Lösung für Gemeinschaftsräume im Bereich Sportheim den zu Beginn besprochenen und eindeutig bestätigten Zielen zur Stärkung der Ortsmitte und des Rathauses klar widersprechen würde.

 

Zuständigkeit der Gemeinde für Standorte der Gemeinschaftseinrichtungen ?

Im Verlauf der Diskussionen tauchte die Frage auf, ob nicht der Gemeinderat über den Standort für ein Gemeinschaftshaus entscheiden würde bzw. hierfür zuständig sei. Ein Argument hierfür war unter anderem die Zuständigkeit der Gemeinde für die Räumlichkeiten der Feuerwehr.

Frau Kattinger machte daraufhin ihre Einschätzung deutlich, dass die Gemeinden im Allgemeinen den Willen der Bürgerschaft achten würden, vor allem wenn er klar und deutlich ausgedrückt und von der Mehrheit der Bürger getragen würde. Auch äußerte sie die Vermutung, dass die Gemeinde besonders im vorliegenden schwierigen Fall dankbar wär für eine klare Willensbekundung der Bürger. Die anwesenden Gemeinderäte betätigten dies.

 

Im Verlauf des Abends kam es zwischendurch zu sehr lebhaften Diskussionen, die die Schwierigkeit der Thematik ‘Gemeinschaftsräume für Adelschlag‘ zum Ausdruck brachten. In diesem Zusammenhang äußerte eine Teilnehmerin den Appell an alle, gemeinsam endlich eine Lösung zu finden. Dieser Appell erhielt allgemeine Zustimmung und Unterstützung.

 

 

Zu 3.  Zum weiteren Vorgehen in den Arbeitskreisen

 

Formulierung der Maßnahmen

Nach der Bestandsanalyse und der Formulierung von Zielen steht in den Arbeitskreisen als letzter Schritt die Erarbeitung der Maßnahmen an.

Frau Kattinger weist darauf hin, dass einige der erarbeiteten Ziele bereits so konkret sind, dass sie schon als Maßnahmen betrachtet werden können. Die Übergänge zwischen schon konkreteren Zielen und Maßnahmen ist manchmal fließend. Beim Thema ‘Information und Kommunikation‘ (siehe Anlage) wurden die Ziele, die eigentlich schon als Maßnahmen gelten können, entsprechend markiert (M).

 

 

Der Weg zur Maßnahmenfindung wird erleichtert, wenn man sich die jeweiligen Ziele vor Augen hält und dann die Frage stellt:

 

–        Wie können wir das Ziel erreichen?

–        Was muss geschehen, damit das gesetzte Ziel erreicht werden kann?

 

 

 

Beispiele

 

Ziel: Das Umfeld der Kirche in Adelschlag wird attraktiver und repräsentativer
Maßnahmen: Kriegerdenkmal verlegen und besser ins Blickfeld rückenBereich vor der Kirche neu gestalten…..

 

 

Ziel: Gießgraben als siedlungsnahes Gewässer gestalterisch und ökologisch aufwerten und pflegen  und als Erlebnisraum zugänglich machen
Maßnahmen: Früher bestehende Fußwegverbindung … zum Graben oder über den Graben reaktivierenSteg über den Graben errichtenUfer im Bereich … abflachen bzw. abwechslungsreichere Uferlinie gestalten

Zugang zum Ufer schaffen

Störende Gehölze beseitigen

Bäume Pflanzen

…..

 

 

Auf ein frohes Gelingen des letzten Arbeitsschrittes!

 

 

 

 

 

Zolling, 3. April 2013

Margit Kattinger

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