Energiewende durch Ländliche Entwicklung

„Wie beginnt man mit der Wende?“ war eine der Fragen die am Beginn eines 2-tägigen
Treffens von 15 oberbayerischen Gemeinden an der Schule der Dorf- und Landentwicklung
Thierhaupten standen. Unter anderen waren aus der Region auch Adelschlag und Ernsgaden
präsent. Adelschlag wurde von Bürgermeister Michael Spreng, Andreas Hutter und
Wendelin Funk vertreten. Alle anwesenden Gemeinden werden im Förderprogramm „100
energieneutrale Gemeinden in Bayern“ finanziell vom Bayerischen Staatsministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bei der Umsetzung der Energiewende auf lokaler
Ebene unterstützt.

Zum Seminar kamen 12 Bürgermeister, Gemeinderäte und Arbeitskreismitglieder sowie
Mitarbeiter aus der Gemeindeverwaltung um sich auf den Weg zur energieneutralen
Kommune zu machen. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die Energiewende für die
ländlichen Gemeinden eine große Chance ist. Daher wurde im Seminar intensiv über die
unterschiedlichen Möglichkeiten zur Förderung des Prozesses diskutiert. Zunächst sollen
hierfür in den Gemeinden Energiekonzepte erstellt werden. Im Rahmen dieser Konzepte
werden von Planungsbüros Bestands- und Potenzialanalysen zur Energieversorgung erstellt.
Es wurde deutlich, dass die Erstellung eines Fachkonzeptes aber nur ein Teil des Projektes ist.
Entscheidend wird die Einbindung der lokalen Bevölkerung sein. Diese sollen den Prozess in
Ihrer Gemeinde durch Arbeitsgruppen und Workshops aktiv mit gestalten können. Unterstützt
werden die Gemeinden dabei vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern, mit dem sie
bereits in Verfahren der ländlichen Entwicklung-Dorferneuerung- zusammen arbeiten.

Dass dies auch in der Praxis funktioniert, zeigte der Vortrag von Bürgermeister Zirngibl aus
Ascha, im Landkreis Straubing-Bogen. Im Agenda-21-Programm/ Dorferneuerungsprozess
wurde die Vision einer energie-autarken Gemeinde entwickelt. Heute erzeugt diese
Gemeinde über 90% des thermischen und elektrischen Energiebedarfes aus Biomasse und
Solarenergie. Zunächst hat die Gemeinde mit kleinen Projekten, wie der Veröffentlichung von
Stromspartipps, den Prozess gestartet. Es folgten viele weitere, auch umfangreichere Projekte,
wie etwa die Errichtung eines Biomasseheizkraftwerkes oder die Entwicklung von „Öko-
Bonussystemen“ bei der Errichtung von neuen Wohnanlagen. Viele Projekte werden in
Ascha ausschließlich von Gemeindebürgern realisiert und betrieben, was die regionale
Wertschöpfung nochmals verstärkt.

Das Thema der Bürgerbeteiligung stand am zweiten Seminartag im Vordergrund. So
berichtete der Bürgermeister der Gemeinde Weyarn, südlich von München gelegen,
Michael Pelzer, von seinem erfolgreichen Bürgerbeteiligungsmodell. In der Gemeinde
sind die Arbeitskreise die „Kompetenzzentralen“ die fachliche Grundlagen für die späteren
Entscheidungen im Gemeinderat liefern. Der aktive Arbeitskreis Energie sorgt so für
immer neue und aktuelle Impulse. Auch die Gemeinde Benediktbeuern berichtete von Ihrer
erfolgreichen „Energietour“ im Sommer. Hier organisierte der AK Besichtigungstouren
für die Bürger zu regenerativen und energieffizienten Energieerzeugungsanlagen von
Privatpersonen im Gemeindegebiet. Einen „Ritterschlag „ erhielt die Homepage der
Gemeinde Adelschlag, die unter „ Zukunft Adelschlag“ im Internet zu besuchen ist, bei der
Diskussion. Sie ist offensichtlich beispielhaft mit den eingestellten Informationen aus den
verschiedenen Arbeitskreisen und wurde bisher so umfangreich in keiner der anwesenden
Gemeinden durchgeführt. Verantwortlich dafür sind Rainer und Andreas Behr. Nachfragen
dazu wurden gerne beantwortet.

Am Ende der Veranstaltung waren sich die Teilnehmer einig, dass sie sich weiterhin
gegenseitig unterstützen wollen. Es wurde ein gemeinsames Netzwerk gegründet, indem
Informationen und Ideen ausgetauscht werden können. Auch ein weiteres Treffen im nächsten
Jahr wurde vereinbart. Die Gemeinde Adelschlag wird im weiteren Verlauf nunmehr diese
Denkanstösse in einen Arbeitskreis einmünden lassen. Dazu sind die Bürger aufgerufen sich
auch in fachlicher Hinsicht einzubringen. Bürgermeister Michael Spreng bietet sich hierzu als
erste Anlaufstelle an.
 

Auf dem Bild erklärt Andreas Hutter die in den letzten Monaten bereits aufgebauten
Initiativen der Arbeitskreise zur Dorferneuerung in der Gemeinde Adelschlag.

Ein Gedanke zu „Energiewende durch Ländliche Entwicklung

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